©Pixabay

Lange Suchzeiten und überfüllte Stellflächen sorgen regelmäßig für Stress bei Autofahrern. Nun soll neben kamerabasierter Kennzeichenerfassung der gezielte Einsatz von KI und nutzerfreundlichen Apps den Stadtverkehr weiter entlasten. Betreiber erhalten dabei wertvolle Einblicke in die Auslastung und Stoßzeiten, während Autofahrer schneller freie Plätze finden und ihre Parkzeiten flexibel digital verwalten können. Miriam van Straelen, Geschäftsführerin von Avantpark, erläutert, welche Trends das digitale Parkraummanagement im kommenden Jahr prägen werden.

Die Parkplatzsuche in Städten bleibt für viele Autofahrer ein Dauerärgernis: Einer aktuellen Umfrage zufolge zählt sie für jeden zweiten Befragten zu den größten Frustfaktoren im Stadtverkehr. Rund ein Viertel gibt an, oft erst nach längerer Suche einen passenden Stellplatz zu finden.[1]Um diesem Problem entgegenzuwirken, setzten Parkplatzbetreiber 2025 verstärkt auf digitale Lösungen wie die kamerabasierte Kennzeichenerfassung. „Der Einsatz von künstlicher Intelligenz gewinnt im digitalen Stellplatzmanagement dabei zunehmend an Bedeutung“, sagt Miriam van Straelen, Geschäftsführerin und Europachefin des Parksystemanbieters Avantpark. Die flächendeckend eingesetzten, schrankenlosen Systeme ermöglichen es den Betreibern, Verwaltungsaufwand zu reduzieren und Abläufe effizienter zu gestalten. Für 2026 rückt nun die umfassendere Nutzung der gesammelten Daten in den Fokus. Die anonymisierten Parkzeitdaten liefern die Grundlage für KI-gestützte Prognosen, zum Beispiel darüber, wann Stellflächen besonders ausgelastet sein könnten oder Stoßzeiten drohen. Auch 86 Prozent der Nutzer wünschen sich die Unterstützung von KI bei der Suche nach einem Stellplatz.[2]So gewinnen auch nutzerorientierte Apps an Bedeutung: Sie erleichtern nicht nur die Suche nach einem freien Parkplatz, sondern die Bezahlung vor Ort oder die Reservierung. Diese digitalisierten Systeme ermöglichen zudem individuelle, standortspezifische Analysen, sodass Betreiber die Auslastung ihrer Flächen effizienter planen können, ohne zusätzliche Stellplätze schaffen zu müssen. So kann flexibler und besser auf die Besonderheiten jedes Standorts reagiert werden. Miriam van Straelen verantwortet als Chefin für den europäischen Markt den Ausbau dieser Technologien. Sie erklärt, welche weiteren Entwicklungen die digitale Parkraumbewirtschaftung in Zukunft prägen und wie Betreiber das Nutzererlebnis durch diese verbessern können.

Miriam van Straelen ©Caroline Pitzke

Von Belegung zu Strategie: Wie Parkdaten Betreiber unterstützen

Für das Jahr 2026 zeichnet sich im Parkplatzmanagement eine deutliche Verschiebung hin zu datengetriebenen Entscheidungen ab. Immer mehr Standortbetreiber erwarten nicht nur funktionierende Technik, sondern belastbare Analysen, die operative Prozesse tatsächlich verbessern. „Wir sehen, dass Daten heute weit mehr leisten können als nur Belegungszahlen abzubilden“, erklärt van Straelen. Den größten Hebel sieht die Geschäftsführerin in der konsequenten Nutzung täglicher Betriebsdaten, von Auslastung und Verweildauer bis hin zu Frequenzspitzen. Dabei spielt künstliche Intelligenz eine entscheidende Rolle, indem sie Muster erkennt, Vorhersagen trifft und Empfehlungen ableitet. „Parkflächen sind längst nicht mehr nur Infrastruktur, sie sind betriebswirtschaftliche Stellhebel. KI hilft uns zu erkennen, wann Stoßzeiten drohen oder sich das Nutzerverhalten ändert, sodass Betreiber rechtzeitig Personal planen oder Ladeinfrastruktur für E-Autos bereitstellen können“, so van Straelen weiter.

Apps für die Verbesserung des Nutzererlebnisses entscheidend

Mit dem Ausbau appbasierter Lösungen entstehen Dienstleistungen, die inzwischen weit über den klassischen Parkvorgang hinausreichen, etwa digitale Abrechnung von Ladevorgängen, Reservierungsfunktionen oder Hinweise auf freie Stellplätze. Unter den verschiedenen Anbietern ist auch Evology, eine App, die Avantpark gemeinsam mit der britischen Muttergesellschaft ParkingEye entwickelt hat. „In Großbritannien ist die App mittlerweile etabliert und wird zunehmend auch in Europa eingesetzt“, berichtet van Straelen. Diese Services öffnen Flächen für weitere Nutzergruppen und erhöhen die Effizienz im Betrieb. Gleichzeitig erwarten Nutzer zunehmend, ihre Parkzeit flexibel steuern zu können: Tickets lassen sich während des Einkaufs, beim Arzt oder im Restaurant verlängern oder stoppen, ohne dass man zum Fahrzeug zurückkehren muss. „Das reduziert Stress und ermöglicht längere Aufenthalte“, betont van Straelen. Apps machen das Parken komfortabler, ermöglichen minutengenaue Abrechnung und ersparen Ärger mit defekten Automaten. Für Betreiber bedeuten sie stabilere Abläufe und weniger Wartungsaufwand. „Ab dem nächsten Jahr werden Apps vor allem als flexible Ergänzung zu bestehenden Systemen weiter an Bedeutung gewinnen“, prognostiziert van Straelen. Sie ersetzen fehlendes Kleingeld, dienen als digitales Backup und stellen Nutzerbelege automatisch bereit.

Individuell für jede Branche

Für ein effizientes Parkplatzmanagement ist es entscheidend, dass Datenanalysen die Besonderheiten jeder Fläche berücksichtigen und nicht nur als Standardberichte vorliegen. „Standorte verschiedener Betreiber unterscheiden sich stärker als viele denken. Deshalb sind individuelle Analysen sinnvoller als Lösungen von der Stange“, erklärt van Straelen. Die digitale Parkraumbewirtschaftung kann dabei helfen, in den verschiedenen Branchen die Durchlaufzahlen besser zu steuern, Stammnutzer oder Gäste gezielt zu berücksichtigen und sensible Besuchergruppen – etwa in Verwaltungen oder im Gesundheitswesen – zu entlasten. Gleichzeitig fordert eine Mehrheit der Autofahrer, dass mehr in moderne Mobilitäts- und Parkinfrastruktur investiert wird.[3]„Die Digitalisierung des Parkraums ist also nicht nur ein Interesse der Betreiber, sondern auch ein klar geäußerter Wunsch der Nutzer“, betont van Straelen. Mit Blick auf Europa sieht sie einen deutlichen Ausbau digitaler Lösungen, einschließlich appbasierter Dienste wie Evology. Die Geschäftsführerin empfiehlt Betreibern und Kommunen, 2026 die Chance für eine Modernisierung zu nutzen: „Wer seine Stellplätze digital zugänglich macht, steigert die eigene Effizienz, entlastet Nutzer und sorgt dafür, dass das Parken insgesamt eine angenehmere Erfahrung wird.


[1] https://www.hem-tankstelle.de/presse-und-umfragen/autofahren-in-der-stadt-bleibt-herausforderung

[2] https://bitkom-research.de/news/grosse-mehrheit-wuenscht-sich-ki-hilfe-bei-der-parkplatzsuche

[3] https://www.huk.de/fahrzeuge/ratgeber/mobilitaetsstudie.html

Disclaimer:
„Für den oben stehenden Beitrag sowie für das angezeigte Bild- und Tonmaterial ist allein der jeweils angegebene Nutzer verantwortlich. Eine inhaltliche Kontrolle des Beitrags seitens der Seitenbetreiberin erfolgt weder vor noch nach der Veröffentlichung. Die Seitenbetreiberin macht sich den Inhalt insbesondere nicht zu eigen.“