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Drei Themen sollten 2026 auf der Agenda jeder Führungskraft stehen: Gleichberechtigung, Transparenz, Mitarbeiterbindung. Daher hat HiBob gemeinsam mit Pollfish untersucht, wie weit die deutsche Arbeitswelt in diesen Bereichen ist. Über ein zufälliges Sample wurden 2.000 Mitarbeiter von Unternehmen befragt, je zur Hälfte Frauen und Männer. Die Studie ging quer durch alle Branchen, Unternehmensgrößen und Hierarchieebenen. Das Ergebnis ist ernüchternd, denn Fortschritt existiert, wird aber je nach Geschlecht unterschiedlich erlebt.
Melanie Wagner, Country Manager DACH bei HiBob kommentiert die Ergebnisse: „Unsere Studie macht deutlich, dass Gleichstellung dort scheitert, wo Strukturen fehlen. Das ist beispielsweise so bei Beförderungen, nach der Elternzeit oder bei der Gehaltstransparenz. Unternehmen, die jetzt handeln, sichern sich einen echten Vorteil im Wettbewerb um Talente und sorgen für Fairness in der Belegschaft.“
Zwei Geschlechter, zwei Realitäten
Die Studie zeigt eine deutliche Wahrnehmungslücke: 65 Prozent der Männer bewerten die Entwicklung der Gleichstellung in Deutschland in den vergangenen zwölf Monaten positiv. Aber nur 47 Prozent der Frauen stimmen dem zu. Das sind 18 Prozentpunkte Unterschied bei derselben Frage, im selben Land und Unternehmen.
Auf Unternehmensebene setzt sich dieses Muster fort. 56 Prozent der Männer beschreiben die Entwicklung in ihrer eigenen Organisation als besser, bei den Frauen sind es 42 Prozent. 41 Prozent aller Befragten stufen Gleichstellung zudem als eher ein Lippenbekenntnis ein. Dass diese Lücke kein Gefühl ist, sondern Realität, spiegelt sich in den folgenden Daten zu Beförderung, Elternzeit und Führung wider.
Elternzeit als Karriereknick
Besonders deutlich zeigen sich die strukturellen Nachteile beim Thema Elternzeit. 65 Prozent der Frauen, die in den vergangenen fünf Jahren Elternzeit genommen haben, berichten danach von mindestens einer negativen beruflichen Veränderung. Nur 35 Prozent kehren ohne Konsequenzen zurück. Bei Männern sieht die Bilanz besser aus: 49 Prozent berichten von keinen beruflichen Folgen nach der Elternzeit.
Die Auswirkungen für Frauen sind konkret: 25 Prozent beschreiben weniger Sichtbarkeit im Unternehmen, 25 Prozent eine veränderte Rolle und 21 Prozent eine Verzögerung bei Gehalt oder Beförderung. Hinzu kommt, dass 57 Prozent der befragten Frauen die unbezahlte Care-Arbeit im Haushalt überwiegend allein tragen. Die Vereinbarkeit von Care-Verantwortung und berufliche Entwicklung ist ein Problem, das Unternehmen nicht ignorieren dürfen.
Frauen zweifeln nicht an sich, sondern am System
Auch beim Thema Beförderung und Führung offenbart die Studie ein strukturelles Problem. 67 Prozent der Frauen trauen sich eine Führungsrolle zu. Das Selbstvertrauen ist also vorhanden. Doch nur 50 Prozent glauben, dass sich Führung für sie unter den aktuellen Rahmenbedingungen lohnt. Bei den Männern liegt dieser Wert bei 63 Prozent. Der Unterschied liegt nicht im Selbstbild, sondern im Systemvertrauen.
Das zeigt sich auch bei den konkreten Beförderungsverläufen. 47 Prozent aller Befragten haben in den vergangenen zwölf Monaten eine Beförderung aktiv angestrebt. Unter Männern waren es 50 Prozent, unter Frauen 43 Prozent. Von denen, die eine Beförderung angestrebt haben, waren 57 Prozent der Männer erfolgreich, aber nur 53 Prozent der Frauen. Diese Lücke mag klein erscheinen. Doch sie passt in das Muster.
Ursachen erfordern strukturelle Antworten
Gehaltsungleichheit, intransparente Beförderungskriterien, die Nachteile nach der Elternzeit und das mangelnde Systemvertrauen von Frauen ergeben zusammen ein Bild struktureller Ungleichheit. Unternehmen, die hier nicht handeln, zahlen die Rechnung über Fluktuation und Produktivitätsverlust: 25 Prozent der Beschäftigten denken ernsthaft über einen Jobwechsel nach, weitere 28 Prozent sind unentschieden. Die Ursachen sind bekannt und die notwendigen Schritte laut Studie klar. Was bisher fehlt, ist die konsequente Umsetzung durch Unternehmen.
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